Bangladesh

Bangladesch ist mit rund 165 Millionen Einwohnern eins der am dichtesten besiedelte Länder der Welt. Trotz stetiger wirtschaft­licher Verbesserungen und üppiger Natur mit zahlreichen Wasser­straßen ist das Land von bitterer Armut und furchtbarer Umwelt­verschmutzung geprägt. Häufig bedrohen heftige Zyklone und Überschwemmungen das Leben und Existenz­grundlagen der Menschen.

Auf der Suche nach einem besseren Leben zieht es jährlich unzählige Menschen aus ländlichen Regionen in die Metropolen. Doch die Arbeitslosigkeit ist enorm und viele Menschen verschlägt es als Tage­löhner in die slums. Dicht gedrängt leben Familien dort von der Hand in den Mund, oftmals ohne Trink­wasser­leitungen, Abwasser­entsorgungen und Elektrizität.

Die Auswirkungen der schlechten Hygiene- und Lebens­bedingungen sind Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen, Parasitenbefall sowie Haut­krank­heiten, ausserdem Mangelernährung und Tuberkulose.

 

Das Chittagong-Projekt der german doctors:Rund 30.00 ärztliche Behandlungen werden in Chittagong jährlich durchgeführt.

 

Armut im Slum

Die Hoffnung auf Arbeit in einer der vielen Fabriken oder im großen Hafen­gebiet von Chittagong hat unzählige Menschen dazu gebracht, ihr Leben in den ländlichen Gebieten Bangladeschs hinter sich zu lassen und ihr Glück in der zweit­größten Stadt des Landes zu suchen. Doch es gibt längst nicht für alle Menschen eine gute Perspektive und so bleibt nur die Hoffnung, als Tage­löhner zumindest in einem der Slums unterzukommen.

Die Lebensbedingungen dort sind zum Teil katastrophal, insbesondere in der Monsunzeit, wenn die Uferwege in Hafennähe in Schlamm und unter Wasser liegen. Kein Wunder, dass hier Erkältungs- und Durchfall­erkrankungen sowie Haut­krankheiten bis hin zu Tuberkulose an der Tages­ordnung sind. Viele Kinder unter fünf Jahren sind untergewichtig.

Hilfe für die Ärmsten

Das Angebot der german doctors richtet sich an Menschen am Rande der Gesell­schaft, die sich keine private medizinische Behandlung leisten können. Wer gar nichts zahlen kann, wird kostenfrei behandelt. Die GD-Ambulanz, das „Medical Centre for the Poorest of the Poor“ (MCPP), ist an fünf Tagen die Woche geöffnet. Täglich werden zudem vier Gesundheitszentren angefahren, wo Sprech­stunden stattfinden.

Zwei Zentren befinden sich in der Stadt und zwei sind in ländlicheren Gebieten um Chittagong gelegen, wo es kaum Gesundheitsversorgung gibt. Dort finden auch unterschiedliche soziale Angebote statt, die sich besonders an junge Mütter oder Jugendliche richten.


Das Dhaka-Projekt der german doctors: 

Die Nähmaschinen rattern unermüdlich im sogenannten Viertel der Näherinnen. Ausbeutung, Drogenabhängigkeiten und Umweltverschmutzung sind hier an der Tagesordnung.


Das Viertel der Näherinnen

Unzählige Textil­fabriken, kilometer­lange slumähnliche Siedlungen, Umwelt­verschmutzung, Sexarbeit, Drogen­kriminalität und Kinder­arbeit: In unserem Einsatz­gebiet Savar, nördlich von Dhaka, kämpfen die Menschen mit großen Problemen. In den 1980er-Jahren bauten Inves­toren hier große Textil­fabriken, ohne dass die Region auf die vielen Menschen vorbereitet war, die in der Folge aus länd­lichen Gebieten ­in die Vor­orte strömten.

Doch nur wenige finden Arbeit, viele müssen mit Sex­arbeit ihren Lebens­unterhalt verdienen oder rutschen in die Drogen­abhängigkeit ab. Mehr als 40 Prozent der Menschen hier sind Analpha­beten und viele Familien verdienen weniger als 5.000 Taka im Monat, das entspricht etwa 50 Euro.


Hand in Hand mit der Caritas Bangla­desch

Bei diesem Projekt werden durch die enge Zusammenarbeit mit der Caritas Bangladesh medi­zinische und soziale Hilfe ver­knüpft. Die  Caritas Bangladesch ist gut vernetzt und unterhält bereits mehrere Hilfsprojekte im sozialen Bereich.

Die German Doctors gewährleisten die medi­zinische Komponente für Bedürftige: Zwei ehren­amtliche Einsatz­ärztinnen bzw. -ärzte versorgen seit Juli 2019 rund 80 Patientinnen und Patienten am Tag in den  drei Ambulanzen, die tage­weise  angefahren werden.