Hand in Hand mit lokalen Kräften: Umfassendes Hilfsangebot in Nairobi
Seit nunmehr 25 Jahren sind die German Doctors in Mathare Valley, dem zweitgrößten Slum von Nairobi in Kenia, aktiv. Was damals mit den ersten ehrenamtlichen Einsätzen deutscher Ärztinnen und Ärzte begann, ist heute zu einem umfassenden Hilfsangebot mit einem starken einheimischen Team gewachsen. Das „Zentrum“ ist die Slumambulanz „Baraka“, wo die Ärzte Hand in Hand mit den rund 80 lokalen Gesundheitsfachkräften arbeiten.
Das Ziel, über die Ausbildung das lokale Gesundheitssystem zu stärken, hat Früchte getragen: Die Gesundheitsfachkräfte, die mithilfe der German Doctors ausgebildet werden, übernehmen insbesondere die Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und Bluthochdruck. Auch eine umfassende HIV-Hilfe ist Teil des Projektes.
Mathare Valley: 500.000 Menschen auf engstem Raum
Im Mathare Valley, dem zweitgrößten Slum Nairobis, wohnen schätzungsweise 500.000 Menschen unter extremen Bedingungen: In den notdürftig errichteten Wellblechhütten drängen sich die Menschen auf engstem Raum, es gibt keine befestigten Straßen, keine Stromleitungen und kein Abwassersystem. Viele Bewohnerinnen und Bewohner leiden unter Magen-Darm-Erkrankungen, HIV oder Tuberkulose. Auch chronische Erkrankungen nehmen immer weiter zu. Viele Kinder kommen mit Knochenbrüchen in unsere Sprechstunde in die Ambulanz „Baraka“, die sie sich beim Spielen in den matschigen, unbefestigten Gassen zugezogen haben.
Ernährungszentrum: Kinder aufpäppeln, gesunde Ernährung erlernen
Eine weitere wichtige Komponente des Projektes in Nairobi ist das Ernährungszentrum. Der Grund: Viele Kinder im Mathare Valley sind mangel- oder fehlernährt! Dies ist fatal, da fehlernährte Kinder besonders anfällig für lebensbedrohliche Infektionskrankheiten sind. Ständig werden rund 400 Kinder mit hochkalorischer Nahrung aufgepäppelt. Auch die Familienhilfe spielt eine wichtige Rolle: So bieten die German Doctors Schulungen für Mütter, etwa zum Stillen oder zur Hygiene an. Mütter lernen in Kochkursen, wie man aus günstigen, regionalen Lebensmitteln einen nahrhaften Brei zubereitet.
Sozialarbeit: Hilfe für die Ärmsten
Um auch schwerkranke und bettlägerige Patientinnen und Patienten betreuen zu können, kümmern sich eine Sozialarbeiterin und viele freiwillige Helferinnen um Menschen im häuslichen Umfeld. Auch die ehrenamtlichen Einsatzärztinnen und -ärzte aus Deutschland begleiten regelmäßig die Slumvisite.
An einem Samstag im Monat bietet ein Teil des Teams der Ambulanz in Nairobi zudem eine Sprechstunde im benachbarten Slum in Korogocho, der größten Müllkippe Kenias, an. Auch hier ist Hilfe dringend nötig! Mit unserer Arbeit und den eingeworbenen Spendengeldern unterstützen wir die wichtige Arbeit der German Doctors.





