Leben von und auf Nairobis größter Müllkippe
In direkter Nachbarschaft zu Kenias größter Müllkippe hat sich ein riesiges Slumgebiet etabliert: Korogocho. In dem drittgrößten Armenviertel von Nairobi leben geschätzt 200.000 Menschen dicht gedrängt in provisorischen Behausungen ohne Kanalisation und Frischwasser. Vermüllte und verdreckte Wasserläufe ziehen sich durch die Gassen, Millionen von Fliegen belagern die armseligen Behausungen. Über all dem liegt der faulige und giftige Gestank nach verbranntem Unrat voller krebserregender Gase.
Eigentlich ist es nicht auszuhalten. Doch unzählige Menschen überleben nur dank der Müllkippe: Längst ist in Korogocho eine Mikroökonomie entstanden, deren Grundlage die Müllhalde ist. Ganz unten in der Hierarchie stehen die wandernden Müllsammler, die „Aasfresser“. Die meisten von ihnen sind Kinder. Sie suchen nach Essbarem oder Wiederverwertbarem, denn auch die Abfälle aus Touristenhotels und Flugzeugen landen auf der Kippe. Schrott, Schrauben, Glas und sogar Brotkrumen werden vor den Hütten zum Verkauf angeboten.
Medizinische Hilfe durch die German Doctors
Bei den Sprechstunden werden sterile Wundverbände angelegt, es werden Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente, Entwurmungsmittel und Augentropfen verordnet. Chroniker, HIV-Patienten und schwangere Frauen oder junge Mütter kommen regelmäßig zur Untersuchung. Einfache Laboruntersuchungen machen wichtige Diagnosen möglich. Das Angebot der German Doctors wird sehr gut angenommen und soll noch weiter ausgebaut werden. Denn Pandemie, Klimawandel und Ukraine-Krieg haben die Not der Menschen weiter verschärft.
Viele Patientinnen und Patienten haben Lungenprobleme, leiden unter chronischen Erkrankungen, gefährlichen Durchfällen und Gelbsucht – für alle sind die German Doctors die einzige Chance, sich behandeln zu lassen. Immer wieder ziehen sich Kinder beim Graben im Müll an scharfen Glasscherben oder Plastikteilen Wunden zu. Pilzkrankheiten und juckende Ausschläge sind an der Tagesordnung.





