In Sierra Leone unterhalten die german doctors gemeinsam mit Partnerorganisationen drei Projekte: beim ersten geht es um den Schutz von Mädchen und jungen Frauen ein und den Kampf gegen die in Sierra Leone weitverbreitete weibliche Genitalverstümmelung. Mit einem zweiten Projekt wird die Ausbildung von Student*innen und Ärzt*innen im Kinderheilkunde unterstützt, um damit gegen den Fachärztemangel und die hohe Kindersterblichkeit im Land zu kämpfen. Und schließlich wurde im April 2024 in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitssektor und einer lokalen NGO eine rolling clinic im Bezirk Kailahun etabliert, die die Bevölkerung in entlegenen Dörfern mit hohem medizinischen Bedarf ärztlich versorgt.
Sierra Leone zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der brutale Bürgerkrieg, der von 1991 bis 2002 andauerte und mehr als 50.000 Tote forderte, hatte schwere Folgen für die Gesellschaft und die Wirtschaft des Landes. Mehr als zwei Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Noch immer leidet der westafrikanische Staat unter schweren Entwicklungsproblemen und es fehlt an medizinischem Fachpersonal. 2014 wurde Sierra Leone zudem von der Ebola-Epidemie schwer getroffen. 60 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Unterernährung, besonders unter Kindern, ist weit verbreitet und noch immer ist die Kinder- und Müttersterblichkeit hoch.
Im Januar 2024 haben die german doctors ein neues Projekt im Kailahun-Distrikt, Sierra Leone ins Leben gerufen. In der von einem spürbaren Ärztemangel geprägten Region verfolgen ist es das Ziel, die von Armut betroffene Bevölkerung mit einer mobilen Klinik medizinisch zu versorgen. Ausserdem soll gemeinsam mit dem lokalen Partner MoPADA-SL (Movement Towards Peace and Development Agency Sierra Leone) eine Schulung des lokalen Personals erfolgen und das staatliche Gesundheitssystem nachhaltig gestärkt werden.
Der Kailahun-Distikt liegt im Osten von Sierra Leone an der Grenze zu Liberia. Er umfasst insgesamt 15 Gebiete, die sowohl vom Bürgerkrieg stark betroffen waren als auch hot spot der Ebola-Epidemie waren. Dies hat die bestehende Armut dort nachhaltig verstärkt, u.a. mit dem Ergebnis einer fortbestehenden hohen Säuglings- und Müttersterblichkeit, die zu den höchsten weltweit gehört. Der Bedarf an medizin. Unterstützung ist enorm, zumal es an ausgebildeten Ärzt*innen und weiterem medizinischen Fachpersonal mangelt. Pro Jahr sollen mit dem Mobile-Klinik-Projekt 16.000 Patient*innen behandelt werden. Im Fokus stehen die Zielgruppen Frauen im reproduktiven Alter, Kinder und Jugendliche. Von dem Angebot profitiert aber auch die gesamte Bevölkerung der Region.